25 Punkte · 8 Boards · Queen
Beim Carrom gewinnt nicht einfach der Spieler mit den meisten versenkten Steinen. Gewertet wird jedes einzelne Board – und daraus entsteht die Gesamtpunktzahl des Games. Die Zählweise ist einfacher, wenn man sie einmal Schritt für Schritt gesehen hat.
Wann ist ein Board beendet?
Ein Board endet, sobald ein Spieler alle eigenen Spielsteine versenkt hat. Dann wird gezählt, wie viele Steine des Gegners noch auf dem Brett liegen.
Wie viele Punkte bekommt der Gewinner?
Der Gewinner erhält so viele Punkte, wie gegnerische Spielsteine noch auf dem Board liegen. Liegen zum Beispiel noch vier gegnerische Steine auf der Spielfläche, bekommt der Gewinner vier Punkte.
Beispiel: Du versenkst deinen letzten weißen Stein. Dein Gegner hat noch drei schwarze Steine auf dem Brett. Du erhältst drei Punkte.
Wie wird die Queen gewertet?
Hat der Gewinner zusätzlich die Queen regulär erspielt und bestätigt, kommen drei Zusatzpunkte hinzu. Diese Queen-Punkte gibt es allerdings nicht mehr, sobald der Spieler bereits 22 oder mehr Gesamtpunkte erreicht hat.
Die Queen kann ein Board also deutlich wertvoller machen, ist aber nicht in jeder Spielsituation gleich wichtig.
Wann ist ein komplettes Game beendet?
Ein Game endet, wenn ein Spieler 25 Punkte erreicht oder wenn acht Boards gespielt wurden. Wird die 25-Punkte-Marke vorher erreicht, muss nicht bis zum achten Board weitergespielt werden.
Was passiert nach jedem Board?
Nach einem Board werden alle Spielsteine neu aufgebaut. Der Anstoß wechselt. Die Punkte des abgeschlossenen Boards werden zur bisherigen Gesamtpunktzahl addiert.
Ein komplettes Rechenbeispiel
Nach drei Boards könnte der Zwischenstand zum Beispiel so aussehen:
- Board 1: Spieler A gewinnt, 4 gegnerische Steine liegen noch – 4 Punkte.
- Board 2: Spieler B gewinnt mit Queen, 2 gegnerische Steine liegen noch – 5 Punkte.
- Board 3: Spieler A gewinnt, 6 gegnerische Steine liegen noch – 6 Punkte.
Der Gesamtstand wäre danach 10:5 für Spieler A.
Warum zählt nicht jeder versenkte Stein sofort als Punkt?
Carrom unterscheidet sich hier von vielen anderen Spielen. Die einzelnen versenkten Steine entscheiden zunächst darüber, wer das Board gewinnt. Erst am Ende des Boards wird aus der verbleibenden Brettsituation die Punktzahl berechnet.
Dadurch bleibt auch ein Board spannend, in dem beide Spieler bereits viele Steine versenkt haben.
Typische Missverständnisse bei der Zählweise
- Jeder eigene Stein zählt nicht automatisch einen Punkt.
- Die Queen bringt nur dem Gewinner des Boards Zusatzpunkte.
- Ab 22 Gesamtpunkten bringt die Queen keine drei Zusatzpunkte mehr.
- Ein Game besteht aus mehreren Boards und endet spätestens nach acht Boards.
Drei Beispiele für die Punktewertung
Beispiel 1
Du gewinnst das Board, beim Gegner liegen noch zwei Steine. Ohne Queen erhältst du zwei Punkte.
Beispiel 2
Du gewinnst, vier gegnerische Steine liegen noch und du hast die Queen. Dann kommen drei Queen-Punkte hinzu.
Beispiel 3: Du hast bereits 22 Gesamtpunkte. Auch wenn du die Queen gewinnst, gibt es dafür keinen zusätzlichen Queen-Bonus mehr.
Warum die Reststeine so wichtig sind
Ein frühes Board-Ende kann sehr wertvoll sein, wenn beim Gegner noch viele Steine liegen. Umgekehrt kann ein knapp gewonnenes Board nur einen einzigen Punkt bringen. Gute Spieler achten deshalb nicht nur darauf, irgendwann den letzten eigenen Stein zu versenken, sondern auch darauf, wie viele gegnerische Steine noch auf dem Brett verbleiben.
Quelle
Die Zählweise folgt der Regelerklärung des Deutschen Carrom Verbands: Deutscher Carrom Verband – Regeln.

